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04.07.2024

"Gemeinsinn und Nachhaltigkeit": Ausstellung zu Stiftungen

"Gemeinsinn und Nachhaltigkeit" heißt eine Ausstellung über Stiftungen in Mecklenburg-Vorpommern, die noch bis zum 12. Juli 2024 in der Gerichtslaube im Rathaus von Wismar gezeigt wird. Der Eintritt ist frei. Auf 20 Tafeln werden Stiftungen vorgestellt, die bereits aufgelöst wurden, aber auch solche, die seit vielen Jahren und bis heute aktiv sind. Im Vordergrund stehen die Menschen, die am Anfang ihrer Stiftungen wirkten.

"Die sehr unterschiedlichen Motive dieser Menschen für ihr Engagement sind bis heute beeindruckend und inspirieren, selbst Gutes zu tun", sagte Jacqueline Bernhardt. Die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz in Mecklenburg-Vorpommern hat die Wanderausstellung der Stiftung Mecklenburg und des Landesnetzes der Stiftungen in Mecklenburg-Vorpommern am 3. Juli 2024 eröffnet – im Beisein von Senator Michael Berkhahn sowie von Sebastian Kriedel, Vorsitzender des Landesnetzes der Stiftungen in MV, und Dr. Florian Ostrop, Geschäftsführer der Stiftung Mecklenburg.

Auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern waren bis 1945 rund 1500 Stiftungen errichtet worden. 187 sind derzeit aktiv. "Die Zahl der Stiftungen steigt wieder. Hinter jeder von ihnen stecken Menschen mit ganz persönlichen Beweggründen. In einem waren beziehungsweise sind sich diese Menschen wohl einig: In der Hoffnung, die Welt ein Stück besser zu machen", so Florian Ostrop. "Diese Ausstellung will Mut für ein Engagement und Neugründungen machen durch einen Blick auf die Vergangenheit."

Vorgestellt werden neben Stiftungen aus Rostock, Greifswald, Stralsund, Güstrow, Schwerin, Neustrelitz, Neubrandenburg und Ludwigslust auch Initiativen aus kleineren Orten wie Brüel, Pasewalk und Rattey. Wismar ist mit zwei Stiftungen vertreten.

  • Bereits im Jahr 1497 hatten der Ratsmann Hinrick Swartekop und sein Kollege Berthold Nigemann - nach einer Erbschaft - verfügt, dass sich in einem "Gasthaus für Arme" in der Baustraße um mittellose Menschen gekümmert und jährlich eine bestimmte Menge an Kohlen, Speck und Erbsen gespendet wird. Die Stiftung nutzte später einen vom Architekten Helmuth Brunswig entworfenen und 1872/1873 errichteten massiven Neubau. Heute beherbergt das Haus eine Wohngruppe für Menschen mit psychischen Erkrankungen.
  • Der Geheime Kammerrat Theodor Friedrich von Smith, der 1750 in das schwedisch besetzte Wismar geflohen war, schuf Stiftungen, die 200 Jahre lang an seine Weitsicht und Großzügigkeit erinnerten. Smith verfügte die Einrichtung einer akademisch ausgerichteten Stiftung sowie eines Wohltätigkeitsinstituts, das Witwen und bedürftigen Schulkindern half. Die akademische Stiftung vergab Stipendien, unter anderem an den Wismarer Abiturienten Friedrich Christoph Dahlmann. Dieser bekleidete später in Göttingen und Bonn eine Professur für Geschichte und Staatswissenschaften. Dahlmann gilt als "Vater der deutschen Verfassung" von 1849.

Jacqueline Bernhardt möchte die Arbeit der bestehenden Stiftungen mit Besuchen würdigen. Ihre Tour zu mehr als einem Dutzend Stiftungen führt sie im Juli und August 2024 durch das gesamte Bundesland. Die Ministerin wird in Wismar starten.

Quelle: Pressestelle der Hansestadt Wismar