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10.01.2022

Neujahrsansprache 2022

(Gehalten beim virtuellen Neujahrsempfang 2022)

Liebe Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt Wismar,

liebe Freunde aus Stralsund und in aller Welt,

meine sehr verehrten Damen und Herren,

als ob es sich auf Samtpfoten genähert hätte, so still hat das neue Jahr begonnen. Nein, damit meine ich nicht allein, dass mit deutlich weniger Böllern an Silvester die bösen Geister vertrieben wurden, ich hatte für mich einfach das Gefühl, dass wir recht sanft, fast unbemerkt, ins neue Jahr hinübergeglitten wären. Mag sein, dass es auch deswegen so war, weil die Pandemie uns nach wie vor in Atem hält. Mag sein, dass wir rastlos voller Wünsche dem entgegen sehen, diese Pandemiekrise endlich zu überwinden und dabei den Jahreswechsel eher am Rande zur Kenntnis nahmen. Mag aber auch sein, dass wir in unserer Stadtentwicklung in einem recht guten Fluss sind, so dass wir vor allem darauf schauen, dies aufrechtzuerhalten.

Schauen wir doch einmal noch in das Jahr 2021 zurück und, das will ich tatsächlich gleich vorweg nehmen, das dürfen wir mit einem gewissen Stolz tun.

Während der letzten Neujahrsempfänge bin ich mit Ihnen auf unterschiedliche Weise durch die Stadt gestreift. Das kann ich in diesem Jahr, in diesem Livestream, in dem ich Sie alle herzlich begrüße, in der bisherigen Ausführlichkeit nicht tun. Aber auf eine ganz kleine Reise möchte ich Sie dennoch mitnehmen:

Stellen Sie sich vor, wir würden uns von unterschiedlichen Seiten unserer schönen Welterbestadt nähern, dann würden Sie mit mir überall Neues entdecken. Kämen wir z. B. aus Richtung Insel Poel würde uns in Redentin ein neuer Spielplatz, „Fischereihof“, später dann, wenn wir etwas weiter schon in die Stadt hineingefahren wären, ein neuer Drogeriemarkt, ins Auge fallen. Wir könnten sehen, wie weit die Unterführung in der Poeler Straße gediehen ist, dass die neue Brücke über den Wallensteingraben fertig ist und dass am Kagenmarkt ein komplett erneuerter Skatepark so richtig gut in Anspruch genommen wird.

Oder kämen wir aus Rostock, würden uns die Neubauten im Gewerbegebiet Dargetzow auffallen. Bald endlich öffnet der Discounter für die Dargetzowerinnen und Dargetzower seine Tore. Wir könnten einen neuen Spielplatz in Dargetzow, die „Bienenwiese“, entdecken. Und an der Turmstraße, schon am Altstadtrand angelangt, würden wir den im Rohbau so gut wie fertigen Wohnblock unserer Wohnungsbaugesellschaft bemerken.

Und, um ein letztes Beispiel zu bemühen: würden wir die Stadt von Westen, also aus Lübeck, ansteuern, gelangten wir bald zu einer der größten Baustellen, nämlich unserer neuen Erschließungsstraße zum Gewerbegebiet West, das in jedem Fall, wie auch immer es mit der Werft weiter geht, wir hoffen auf einen guten Ausgang, ein wichtiges zentrales Gewerbegebiet bleibt. Wir könnten gleichzeitig feststellen, dass das Wohngebiet Lembkenhof eine neue Straße erhielt und das die Bewegungskindertagesstätte des DRK dort auch so gut wie fertig ist.

Also, liebe Leute, Stillstand gab es in Wismar nicht, auch in Pandemiezeiten nicht, und das sind nur wenige Beispiele. Dass  es vielfach auch in den Unternehmen brummt, spürten wir durchaus im Steuersäckl, so viele Gewerbesteuern gab es noch nie. Deswegen darf ich Ihnen auch verraten, dass unser vorläufiger Jahresabschluss mit einem vorläufigen bereinigten Finanzergebnis von + 12,524 Mio € äußerst positiv aussieht.

Eins darf ich hinzufügen, auch in den Unternehmen wird weiter kräftig investiert, so dass auch wieder Grundlagen für die nächsten Jahre geschaffen werden.

Würden wir jetzt noch zusätzlich eine Drohne aufsteigen lassen, weil es ja etwas schneller gehen soll in dieser Neujahrsansprache, funkte sie Bilder zu uns, z. B. von der neugebauten Hanse-Grundschule an der Bürgermeister-Haupt-Straße, von der sanierten und erweiterten Reuterschule und von den vielen neuen Wohnbauten, sei es am Friedenshof oder in der Philipp-Müller-Straße, wo die Genossenschaften aktiv sind, oder sei es aus Wismar Süd, am Dahlberg, wo fast hundert neue Wohnungen entstehen und vom Klußer Damm, da wächst auch ein Wohngebiet. Bilder bekämen wir von der Baustelle in Wendorf, Markant erfindet sich neu und baut sich aufs Dach auch noch Wohnungen, wir bekämen Bilder von der Baustelle im Tierpark, der sich erweitert und am Tierpark, wo Norma nach dem verheerenden Brand einen neuen Markt errichten wird. Auch das alles sind nur Beispiele, die Drohne könnte noch länger fliegen und viel mehr Bilder senden.

Aber nicht nur ums Bauen soll es gehen, auch geplant wurde viel, sehr viel und sehr aufwendig. Davon werden wir dann in diesem Jahr einiges verwirklicht oder in Verwirklichung sehen. Zum Beispiel wird unser Großgewerbegebiet am Autobahnkreuz erschlossen, am Dreweswäldchen wird es losgehen, am Alten Hafen wird die Fläche zwischen den Speichern neu gestaltet und fertiggestellt. Am Marienkirchhof geht es weiter, die schön gestaltete Fläche wird komplettiert, im Gebiet des Seehafens entsteht ein Biomassekraftwerk und die Planungen für weitere neue Gleisanlagen im Haffeld werden weiter gehen. Wismar wird also weiter in Bewegung bleiben.

Oder besser gesagt: Wismar wird bewegt. Denn das geschieht ja nicht im Selbstlauf, sozusagen maschinengetrieben. Nein, hinter all dem stehen Menschen, die sich vielfältigst engagieren. Vom Weitblick der Drohne sollten wir jetzt ganz nah herangehen und dann sehen wir all jene Menschen, die unverdrossen, manchmal auch unbeachtet, trotz der Pandemie ihren Dienst taten, die vielen Verkäuferinnen und Verkäufer, jene, die alles sauber halten, ob in den Gebäuden oder auf der Straße, diejenigen, die uns sicher von A nach B bringen, ob im Bus, Taxi, auf dem Schiff oder in der Bahn, auch die, die sich um unsere Gäste kümmern, Kellnerinnen und Köche, und diejenigen, die uns Sicherheit geben, die Polizisten und die vielbeanspruchten Wachdienste … und auch das ist nur ein kleiner Ausschnitt des Gewusels in der Stadt. Sie wissen ja, dass genauso auch Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher, Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte und Arzthelferinnen und Arzthelfer und Unternehmerinnen und Unternehmer ebenfalls dazugehören und viele, viele, viele mehr. Danke kann ich nur sagen. Danke, danke, danke! Es wird ja oft von innerem Zusammenhalt gesprochen. Der entsteht auch dadurch, dass viele, viele einfach nur ihren Job machen, trotz aller Widrigkeiten, trotz Pandemie. Wie gut, dass es so ist.

Wir haben auch Menschen verloren. Persönlich. Als Stadt. Ihnen fallen jetzt sicherlich einige ein. Ich nenne Hanjo Volster, der uns wunderbare Fotografien hinterließ, die etwas von seiner Liebe zur Heimatstadt erzählen. Ich nenne Wolfgang Rickert, der als Bürgerschaftsmitglied und Finanzausschussvorsitzender und knorriger Streiter sich für seine Stadt engagierte und so zu dem beitrug, wie Wismar sich heute zeigt. Ich nenne Hinrich Wolff, der auch, wenn er nicht in Wismar wohnte, sich immer für die Stadt und vor allem für ihre Unternehmen als Chef der Deutschen Bank  engagierte und ob seiner empathischen kompetenten Beratung viele sehr, sehr dankbare Menschen zurückließ.

Besonderes Engagement, meine Damen und Herren, muss auch besonders ausgezeichnet werden. Sandra Rieck vom Verein „Das Boot“ zeigte dieses  besondere Engagement und bekam dafür das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Großartig! Und sie steht auch für viele! Denn auch Ehrenamtliche sorgen viel für Zusammenhalt, ob KaSo, die Stadtmütter, das Kinder- und Jugendparlament, oder der Seniorenbeirat und unsere vielen Sportvereine.

Wenn wir all das sehen, im Fernblick und in Nahsicht, egal wie wir uns unserer Stadt nähern, dann muss uns doch nicht bange sein um 2022, das auf so leisen Sohlen zu uns kam. Im Gegenteil: Bange machen gilt nicht. Wir werden beieinander bleiben. Wir werden aushalten, dass einige wenige manches nicht mitmachen, sich beispielsweise nicht impfen lassen, aushalten und dennoch klare Haltung zeigen. Auch gegenüber jenen, die als Extremisten versuchen, Proteste zu dominieren.

Wir werden dennoch zusammenhalten.

Wir werden auch feiern.  Dass wir 20 Jahre lang Welterbe sind. Wismar und Stralsund zusammen. Deswegen sind ja die Stralsunder heute auch hier mit dabei. Wir werden feiern, dass vor 100 Jahren in unserer Stadt eine Weltberühmtheit entstand, nämlich der Film „Nosferatu“. Aber nicht nur feiern werden wir,

wir werden arbeiten, viel arbeiten, wir werden kämpfen, um unsere maritime Industrie, um den innerstädtischen Einzelhandel, natürlich werden wir das weiter tun, wir werden verhandeln, z. B. mit dem Landkreis für einen besseren Busverkehr. Es wäre doch gelacht, wenn wir das nicht hinbekommen. Wir werden uns engagieren für unser Gemeinwesen, wir werden lachen, weinen, spielen, lernen, vor allem hinzulernen, mit der Pandemie umzugehen und sie und ihre Folgen so Stück für Stück zu überwinden.

Wir werden vieles mit all unseren Freunden tun. In Stralsund. In Pogradez, in Albanien. In Kalmar, in Schweden. In Aalborg, in Dänemark. In Kemi, in Finnland. In Calais, in Frankreich. In Lübeck. Mit all unseren Freunden in Nah und Fern, auch in Gägelow, Lübow, Hornstorf, Zierow und Krusenhagen. Und wir werden all dies in Wismar tun, in unserer Stadt, in der Stadt, die uns unsere Großmütter und Großväter anvertrauten und die es verdient, dass wir sie weiter schöner machen für uns alle, für unsere Freunde, für unsere Gäste. So, liebe Bürgerinnen und Bürger, werden wir beieinander bleiben.

Ihnen allen wünsche ich ein gutes Jahr 2022!

Quelle: Büro des Bürgermeisters

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